Quiet Girl
„Bei allem, was ich tue, suche ich immer nach einer tieferen Bedeutung.“ An diesem Satz irgendwo im Buch bin ich hängen geblieben. Jau. Das kenne ich auch. Und das ist schön. Doch leider nicht nur schön…
Viele Leute, neue Bekanntschaften, zusammen mit anderen feiern, Großraumbüro – alles das leert Debbies soziale Batterie. Sie macht sich „zu viel Sorgen“, ist „scheu, ungelenk, zweifelnd, ängstlich, wortkarg“ (Zuschreibungen der Anderen). Und eckt damit an – mal deutlich, mal vermeintlich. Was für ein anstrengendes Leben! Vor allem, wenn die Energie so schnell auf Null schnippst…
Debbie schreibt lieber Textnachrichten als zu telefonieren und steht auf Partys immer abseits. Für sie ist ein perfekter Tag einer, wenn es regnet und sie mit Tee und Buch auf dem Sofa liegen kann. Sie fragt sich, ob etwas mit ihr nicht stimmt. Und hört gleichzeitig die innere Stimme: Was soll daran verkehrt sein?
Sie merkt, dass sie anders ist, sie versteht aber nicht, warum genau das Anderssein sich so schlecht anfühlt.
Gottseidank gibt es auch die andere Seite ihres besonderen „Seins“: Aufladen der Batterie durch ein freies Wochenende und nur tun, was ihr gefällt. Sich mit Büchern einhöhlen, hoch konzentriert still&allein vor sich hinarbeiten. Herrlich!
Debbie gibt nicht auf und findet heraus, sie ist laut Persönlichkeitstest ein „INFJ“-Typ, also gehört sie zu einem Bevölkerungsanteil von weniger als 1%. („Wow, Wahnsinn… ich sterbe also aus.“)
Am Ende hat sie ihren Weg gefunden. Wie Debbie die Lösung für ihr Leben sucht und findet, das ist humorvoll, einfühlsam, tiefgründig und sehr eingängig in dieser Graphic Novel erzählt.
Schön, einfach schön :-)
Fazit: „Warmherzige Geschichte für alle, die einfach mal eine Weile die Welt leise drehen wollen.“ Genau. Genau so.
Debbie Tung: „Quiet Girl. Geschichten einer Introvertierten“. Ab 14 Jahren. Loewe 2022. 15,- EUR. ISBN 978-3-7432-1079-0.
PS: Wahrscheinlich bezieht sie sich beim INFJ-Typ auf diese Art von Persönlichkeitstest: Myers-Briggs-Typenindikator
Den Test haben wir vor … vielen vielen Monden … schon mal bei der Informatik-Sommeruni in Bremen ausgefüllt. Und heute habe ich eine andere Ausprägung. Spannend. – Bitte nicht als vorgegebene Bestimmung lesen, sondern als Inspiration zum Selberdenken ;-)
Everything is okay
Werde ich das jemals schaffen?
Was ist, wenn am Horizont plötzlich ganz dunkle Wolken aufziehen, die gar nicht mehr weggehen? Wenn sich das Aufstehen jeden Morgen anfühlt wie ein Bergaufrennen und ich gar nicht mehr aufhören kann zu weinen? Dazu gibt das Buch Einsichten und Antworten.
Eine Graphic Novel wie eine warme, liebevolle Umarmung. Und gleichzeitig möchte ich andersrum auch Debbie am Anfang einfach nur fest drücken und ihr versichern, „everything is okay!“
Sie macht sich Sorgen. Und Sorgen wegen der Sorgen. Und das macht ihr Angst, bis sie Angst vor der Angst hat und schließlich… PANIK!
Nach der Panikattacke ist klar, sie will Hilfe. Auf dem Weg zu dieser Hilfe und zu einem neuen Lebensgefühl hab ich Debbie gern auf diesem Stück ihres Wegs begleitet.
Was schnell auffällt: Jeder redet über seinen Schnupfen, aber niemand über Depressionen und Angststörungen. Dabei sind beides Dinge, die einen mal erwischen können. So gesehen war es auch ein Stück vielen Lebenswegen, stellenweise, irgendwie. Vermutlich geht es den allermeisten Leuten mal so ;-)
Fazit: Super tröstlich, nah am Leben, inspirierend und warmherzig. Unbedingt empfehlenswert!
Debbie Tung: „Everything is okay“. Ab 14 Jahren. Loewe 2023. 18,- EUR. ISBN 978-3-7432-1676-1.
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Noch ein tolles Buch von ihr: Book Love
Maria
Zweigeteilt blättert man durch dieses Bilderbuch: Zuerst begleiten das Kind mit seinen vielen (praktischen) Fragen. Ob das Kind ein Mädchen oder Junge ist, bleibt offen. Und ist auch egal. Es geht ja um die Sache, und das ist die Physik ;-) Das ist das, was das Kind interessiert, und es hat eben genau diesen Namen: Physik!
Ein „Finanzbildungsbuch“ – so nennt es sich. Und? Gute Idee. Aber auch mit deutlichen Längen…
Die Welt vor unserer Haustür, von Albert Einstein bis Stephen Hawking. Von revolutionären Theorien, von kurzweilig dargestellten physikalischen Phänomenen wie Schwarzen Löchern, rätselhaften Quanteneffekten oder der Relativitätstheorie.
Nein, nicht nur Schmetterlinge – hier gibt’s eigentlich alles. (Und das menschenerdacht: „Loewe-Bücher: garantiert ohne KI“)
Ein Sachbuch für Kids über außergewöhnliche Fähigkeiten. „Wer immer noch denkt, Menschen seien die klügste Spezies der Welt, lebt hinterm Mond. Oder unterm Ameisenhaufen.“ Mit dieser Sicht startet das Buch in viele Beispiele tierischer Talente.

Fünf Jahre lang begleitet ein Fotograf wilde Luchse im Bayerischen Wald. Die Bilder sind sehr schön, zeigen Charaktere und Landschaften, Lebensräume, Morgenstimmung und nächtliches Treiben. Von Begegnungen mit fünf besonderen Luchsen erzählen einfühlsame Geschichten über: Mech, Becher, Stefan, Stummel und Kassandra.
„Das Grand Hotel der Gefühle“ ist ein Buch für Kinder – aber nicht nur. Damit können Klein und Groß aktiv werden. Das Mitmachbuch lädt ein zu Gedanken und Gesprächen über den Umgang mit Gefühlen.
Das Buch ist empfehlenswert. Der Autor ist lebenserfahren, klug, reflektiert und informiert. Ein bisschen fühle ich mich beim Lesen wie die Großnichte, die ihrem Großonkel gern beim Erzählen und Philosophieren über das Leben zuhört. Weil es mir weiterhilft!
Städte lebenswerter, gerechter und widerstandsfähiger machen – geht das? Das geht!
Ich habe mich lange auf das Buch gefreut, denn ich habe mir davon schicke Prompts versprochen, die ich für meine Arbeit abschauen kann. Die Erwartungshaltung war hoch, denn das Buch kommt von den Sophisten, und die genießen im deutschsprachigen Raum für Publikationen und Schulungen zu diesem Thema einen guten Ruf.
Ein Schaf geht neue Wege… und am Ende überzeugt es sogar die anderen. Wie das passiert und warum am Ende noch Wollmützen und Wollsocken dabei sind, kann man in diesem Bilderbuch miterleben.
Treffen sich ein Science-Fiction-Erzähler und eine Mobilitätsexpertin und fragen sich, wie die Menschen in Zukunft klimafreundlich unterwegs sein werden. Gemeinsam entwerfen sie konkrete Zukunftsvisionen und tragen Fakten zur Machbarkeit und Umsetzbarkeit zusammen. Was kommt dabei raus? Ein Spitzenbuch!
Jedes Thema folgt dem Schema Story->Fact: Der Autor und Science-Fiction-Filmemacher schreibt anschauliche Kurzgeschichten einer optimistischen Zukunft. Die Mobilitätsexpertin steuert den Realitätscheck bei: Was könnte von dieser Vision in naher Zukunft tatsächlich umgesetzt werden? Dort sind Beispiele erläutert, was jetzt schon funktioniert. Ob es skalieren kann. Was noch fehlt. Was vielleicht gar nicht mehr fehlt. So bekommt man Lust auf die Verkehrswende. Auch wenn das Wort langweilig klingt, das isses nicht!
Das Ergebnis symbiotischer Beziehungen zwischen Pilzen und fotosynthetisierenden Partnern in Form von Algen oder Cyanobakterien: Das sind Flechten.

Diese Erkundungstour in die Tiefen der Meere und auf den Spuren des weltweiten Wassers ist nicht nur für Kids toll.
Dargestellt sind die verschiedenen Lebensräume und Themen als Paperart, das ist nicht nur hübsch, sondern auch erstaunlich naturgetreu illustriert. Durch Durchblicke und Aufklappen lassen sich Schicht für Schicht Unterwasserwelten entdecken: Tiefseewesen und Korallenriffe vermitteln versteckt hinter 40 Klappen in Form von Wellen, Wurzeln, Steinen und Korallen altersgerechtes Sachwissen. Diese Aufmachung reizt den Vorteil von Papierbüchern gegenüber digitalen Titeln voll aus :-)

Der Bildband mit ornithologischen Wissensbissen bietet eine persönliche Sicht auf die befiederte Natur. Der Vogelzeichner stellt Arten so dar, wie man sie selten in dieser Ausdrucksstärke und Varianz in üblichen Bestimmungsbüchern mit Fotos findet. Neben der Übersicht über einige Arten der Welt gibt es immer wieder Hinweise auf die Entstehung der Skizze – sei es ein Ort, eine Tageszeit oder auch mal die Farb- oder Stiftwahl.
Eine Insel vor Neufundland, schrullige Inselbewohnerinnen und kauzige Meeresküstenbewohner. Und mittendrin? Ein altes Wanderkino.
Das Buch ist gar nicht mal sooo dick (um die 200 Seiten), doch der Rundumblick ist sehr gut gelungen: Von Arten von Intelligenz (entlang der Evolution bis KI) über aktuelle und künftige Möglichkeiten der KI bis hin zu den Gefahren. Die kurze, gut lesbare Einführung in das Thema Intelligenz hat mir als Anknüpfung dazu gut gefallen. Sis ist sehr gut zusammengestellt und erläutert. Und die wirklich schöne, greifbare, umfassende Definition von „Biodiversität“ holt die geneigte Leserin gut ab, hier die Kurzvariante: In Genen, Arten und Ökosystemen. Und im Buch gibt es die schöne, vollständige Definition.
Zu Beginn der Lektüre begegne ich
Nun ja, Finanzratgeber lesen ist jetzt nicht mein liebstes Hobby.